Grundlegendes
Pflegetipps-Strauß

Ein bunter Schnittblumen-Strauß erfreut jeden. Doch ärgerlich ist es, wenn die Pflanzen allzu schnell die Köpfe hängen lassen. Mit einigen Tricks und Kniffen lässt sich die Haltbarkeit der Pflanzen wesentlich verlängern.

 

Über eines muss sich der Käufer von Schnittblumen im Klaren sein: Mit dem Schnitt der Blume von der Pflanze tritt zwar nicht deren sofortiger "Tod" ein, doch der unaufhaltsame Alterungsprozess beschleunigt sich erheblich.

 

Leider hat auch die schönste Blume in der Vase keine ebenso lange Haltbarkeit wie an der intakten Pflanze. Der Nachteil der geschnittenen Blume: Schnell tritt in den meisten Fällen ein Mangel an Stoffen ein, die die Pflanze normalerweise in ausreichendem Maße bereitstellt.

 

Das sind beispielsweise in Wasser gelöste Nährstoffe (Mineralien), organische Verbindungen und Hormone. In der Regel ist eine Schnittblume trotz des vorhandenen Chlorophylls kaum mehr in der Lage, sich über den Photo-synthese-Prozess selbst zu erhalten.

 

In der Vase beginnt der Stress für die Blumen. Und genau hier kann der Verbraucher Stress mindernd eingreifen. Zum Beispiel mit handelsüblichen "Frischhaltemitteln". Schnittblumen sind auf den eingelagerten Vorrat an Zucker oder Stärke und auf die Zufuhr dieser Kohlehydrate über das Vasenwasser angewiesen.

"Florikarte" - Frischhaltekarte

Als besonderen Service von uns erhalten Sie zu jedem gekauften Blumenstrauß eine Frischhaltekarte "Florikarte".

Die Anwendungshinweise finden Sie auf der Kartenrückseite (s. große Abbildung).

 

Dadurch wird ein guter "Vasenstart" für Ihren Strauß ermöglicht.

 

Für eine längere Haltbarkeit empfehlen wir die Zugabe weiterer Schnittblumen-nahrung.

 

Bitte lassen Sie sich beraten!

Die wichtigsten Tipps in Kürze
  • Um Schädigungen an den Blüten oder Stielen zu vermeiden, sollten Sträuße nach dem Kauf immer gut verpackt mit nach Hause genommen werden.

  • Die Vase ordentlich reinigen. So lässt sich die Gefahr von Bakterien reduzieren.

  • Die Stielenden der Schnittblumen schräg mit dem Messer anschneiden, auf keinen Fall mit einer Schere!. Nicht spalten oder klopfen, denn das Gewebe der Pflanze kann Schaden nehmen.

  • Möglichst einige Blätter der Blumen entfernen. Das reduziert die Verdunstungsfläche und verlängert so die Haltbarkeit um einige Tage.

  • Ständige Zugluft vermeiden. Zugluft beeinträchtigt nachteilig den Wasserhaushalt in der Schnittblume.

  • Direktes Sonnenlicht, Heizung oder andere Wärmequellen meiden. Zu viel Sonne oder andere Wärmequellen können die Haltbarkeit deutlich senken. Bereits eine Verdunstung um 20 bis 30 Prozent kann bei Schnittblumen einen 80- bis 90-prozentigen Schaden verursachen.

  • Standort in der Nähe von Obst oder offenem Feuer meiden, denn dort wird Äthylen freigesetzt. Dieses Gas stoppt den Blühvorgang der Blumen. Ein Kilogramm Äpfel scheidet 4.000 bis 10.000 mal so viel aus wie ein Kilo Rosen.

  • Zucker im Vasenwasser ist nicht zu empfehlen. Zucker pur oder süße Brause trocknen nur das Gewebe durch Übersättigung mit Kohlenhydraten aus. Die Folge ist oft vorzeitiges Welken. Beim Welken vermehren sich die "unangenehmen" Mikroorganismen im Vasenwasser - dadurch steigt die Fäulnisgefahr.

  • Nährlösung (handelsüblich in Flaschen, Tüten, auf Papierkarten) im Vasenwasser verlängert die Haltbarkeit in vielen Fällen um 150 Prozent. Schnittblumen benötigen ständig Nahrung. Sie können nicht wie Kartoffeln oder Äpfel Kohlenhydrate längerfristig speichern.

  • Warmes Wasser verwenden: 40 Grad Celsius ist die optimale Vasenwasser-Temperatur für Schnittblumen. Durch die geringe Viskosität (weniger gelöste Luft) nimmt die Schnittblume das Wasser besser auf. Wasser direkt aus dem Wasserhahn enthält zu viel Luft und ist viel zu kalt.

  • Zu kalkhaltiges Wasser mit Zitronensäure "weicher" machen.

Anemone
Anemone

In wenig Wasser stellen und im Blumengeschäft erhältliche Schnittblumennahrung zugeben.

Eustema
Eustema

Diese Schnittblume ist empfindlich gegen Temperaturschwankungen.

Frühlingsblumen
Ranunkeln

Tulpen, Ranunkeln, Anemonen, Hyazinthen

benötigen weniger Wasser. Diese Blumen können in eine zu zwei Dritteln gefüllte Vase eingestellt werden. Das tägliche Wasserwechseln mögen die meisten der Frühlingsblüher.

Gerbera (Gerbera-Hybriden)
Gerbera

In der Regel haben Gerbera eine Haltbarkeitsrate von 8 bis 15 Tagen. Wichtig bei der Gerbera ist wegen erhöhter Bakterienbildung eine sehr gute Vasenhygiene. Auch auf eine ausreichende Wassermenge ist zu achten. Die Einstelltiefe sollte allerdings nicht höher als etwa 15 Zentimeter sein.

Glockenblume (Trachelium)
Glockenblume

Beachtet werden muss die Anfälligkeit für Bakterien und Ethylen. Das bedeutet: Schnittblumennahrung verwenden und kein reifendes Obst in Vasennähe platzieren. Starke und abrupte Temperaturveränderungen sind zu vermeiden.

Hahnenkamm (Celosia)
Hahnenkamm

Saubere Vasen und frisches Wasser sind äußerst wichtig.

Narzisse (Narcissus)
Narzisse

Von diesen "Kultblumen" ist der abgesonderte Schleim für andere Blumen nur beeinträchtigend, wenn sie nicht zuvor behandelt worden sind. Narzissen könnten bei einer größeren Anzahl zum Ausschleimen separat ins Wasser gestellt werden. Eine spezielle Schnittblumennahrung für Narzissen lässt sie länger blühen.

Perlhyazinthe (Muscari)
Perlhyazinthe

Die kleinen mögen es gern kühler. Je höher die Temperatur, desto schneller öffnen sich die Blüten. Zugabe von Schnittblumennahrung ist empfehlenswert.

Prunus
Prunus

Diese Blütenzweige behalten sieben bis zehn Tage ihren Zierwert. Es hat sich bewährt, die Zweige in handwarmes Wasser zu stellen.

Rose
Rose

Sauberes Wasser, ein Neuanschnitt und die richtige Dosierung von Schnittblumennahrung sorgen für optimale Haltbarkeit. Wenn sie angewelkt sind, oder die Köpfe hängen lassen: Stramm in eine Folie wickeln (diese zieht keine Feuchtigkeit) und kühl stellen. Verletzte Rosenblätter "vergiften" aufgrund der darin enthaltenen Phenole das gesamte Vasenwasser - die Blumen welken sofort.

 

Eine Methode für mehr Haltbarkeit ist das "Kochen" der Stielenden bei Rosen oder hartholzigen Blumen. Damit werden Zellen und Bakterien abgetötet und die dort befindliche Luft in den Leitungsbahnen beseitigt - das Stielinnere wird quasi zum "Schwamm".

Schneeball (Viburnum)
Schneeball

Schlappe Blütentrauben werden verhindert, wenn sich die Zweige mit warmen Wasser voll saugen können. Nach zwei Stunden sind sie fitt für die Vase.

Sonnenblume (Helianthus)
Sonnenblume

Viel sauberes Wasser verhindert ein Eintrocknen der Stiele. Eine dunkelgrüne Blattfarbe weist auf eine gute Abhärtung hin.

Tulpe
Tulpen

Schlappe Stiele werden wieder kräftig, wenn sie angeschnitten und in Papier eingerollt für eine halbe Stunde an einem kühlen Ort in Wasser stehen.